Lange Saison fordert ihren Tribut: TSB-Athletinnen kämpfen sich durch den letzten Mehrkampf

Bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften 2026 in Hannover zeigten Leona Grimm und Leana Scholz noch einmal großen Einsatz – nach einer Saison, die für die Mehrkämpferinnen deutlich länger dauerte als für die meisten ihrer Vereinskolleginnen und -kollegen

Hannover. Wenn für viele Leichtathletinnen und Leichtathleten die Saison bereits zu Ende geht, wartet auf die Mehrkämpfer noch einmal ein letzter großer Höhepunkt. Bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften 2026 in Hannover standen auch Leona Grimm und Leana Scholz vom TSB Schwäbisch Gmünd an der Startlinie. Für beide war der Wettkampf noch einmal eine besondere Herausforderung – nicht nur wegen der sieben Disziplinen, sondern vor allem wegen einer ohnehin schon außergewöhnlich langen Saison.

Während die meisten Athletinnen und Athleten ihre Wettkampfsaison bereits beendet hatten, mussten die Mehrkämpferinnen noch rund einen Monat länger im Training bleiben und sich auf den Saisonabschluss vorbereiten. Sieben Disziplinen an zwei Tagen verlangen schließlich nicht nur körperliche Vielseitigkeit, sondern auch eine enorme mentale und physische Belastbarkeit.

Grimm mit kurzer Vorbereitung zurück im Mehrkampf

Für Leona Grimm war der Weg nach Hannover dabei alles andere als einfach. Gleich zu Beginn der Saison hatten kleinere Verletzungen die Vorbereitung beeinträchtigt. Statt den Mehrkampf weiter gezielt zu trainieren, konzentrierte sich Grimm zunächst ausschließlich auf die Sprintdisziplinen. Erst etwa drei Wochen vor den Deutschen Meisterschaften konnte sie wieder intensiv in die Mehrkampfvorbereitung einsteigen.

Entsprechend waren die Erwartungen an den eigenen Wettkampf gedämpft. Grimm kam in Hannover auf 5.289 Punkte und belegte damit Rang sieben. Besonders überzeugen konnte sie über die Hürden, die sie in 13,80 Sekunden absolvierte, sowie im Speerwurf, in dem sie 37,88 Meter erzielte. Auch im Hochsprung überquerte sie mit 1,65 Metern eine starke Höhe. Über 200 Meter lief sie 24,84 Sekunden.

Mit ihrem Mehrkampf selbst war die TSB-Athletin allerdings nicht vollends zufrieden. Angesichts der schwierigen Vorbereitung zählt jedoch vor allem eines: Grimm stellte sich der Herausforderung und kämpfte sich über alle sieben Disziplinen. Nach einer Saison, in der sie lange Zeit gar keinen Mehrkampf trainieren konnte, war allein die Rückkehr in den Siebenkampf eine anspruchsvolle Aufgabe.

Scholz entdeckt den Mehrkampf neu – und bestreitet gleich drei

Noch einmal anders verlief die Saison für Leana Scholz. Die TSB-Athletin ist erst seit dieser Saison Teil der Mehrkampfgruppe und hat den Mehrkampf gewissermaßen neu für sich entdeckt. Was zunächst ein Ausprobieren war, entwickelte sich schnell zu einer intensiven ersten Mehrkampfsaison.

Scholz zog die gesamte Wettkampfsaison durch und nahm an jedem Wettkampf teil. In ihrem ersten Jahr im Mehrkampf absolvierte sie gleich drei Mehrkämpfe – eine enorme Belastung, insbesondere weil jeder weitere Wettkampf die ohnehin lange Saison noch weiter verlängerte. Auch in Hannover war der Ehrgeiz entsprechend groß. Mit 4.789 Punkten kam Scholz auf Rang 17. Ganz zufrieden war auch sie mit ihrem letzten Mehrkampf nicht. Nach den beiden vorherigen Mehrkämpfen hatte sie sich vorgenommen, zum Saisonende noch einmal einen draufzusetzen und ihre eigene Entwicklung mit einem starken Abschluss zu bestätigen.

Trotzdem gab es gleich zwei Gründe zur Freude: Über 100 Meter Hürden gelang Scholz mit 14,31 Sekunden eine persönliche Bestleistung. Im Weitsprung steigerte sie sich ebenfalls auf eine neue persönliche Bestmarke von 5,85 Metern.

Ein langer Weg bis zum letzten Start

Am Ende erzählt der Wettkampf in Hannover deshalb weit mehr als nur die Zahlen in der Ergebnisliste. Für Grimm bedeutete der Siebenkampf vor allem, sich nach einer schwierigen Saisonvorbereitung noch einmal der kompletten Herausforderung zu stellen. Für Scholz war es der Abschluss eines ersten, intensiven Jahres im Mehrkampf.

Beide TSB-Athletinnen hätten sich ihren Saisonabschluss sicherlich noch etwas anders vorgestellt. Doch gerade der Mehrkampf verlangt die Fähigkeit, auch dann weiterzumachen, wenn nicht jede Disziplin nach Plan läuft. Und genau das zeigten Grimm und Scholz in Hannover.

Nach einer langen Saison war der letzte Wettkampf damit vor allem eines: der verdiente Schlusspunkt unter ein langes und intensives Leichtathletikjahr.

Auf dem Bild von Lutz Dombrowski sieht man von links nach rechts: Leona Grimm und Leana Scholz

 

Ergebnisliste:

Frauen

7-Kampf: 7. Leona Grimm – 17. Leana Scholz


Zurück zur Übersicht